"Die astrologische Synthese" von Sindbad-Weiss, erschienen 1925 im O. W. Barth-Verlag, München-Planegg, war eine erste umfassende Darstellung der Morinschen Deutungstechnik in deutscher Sprache. Die nachfolgende Übersicht, erschienen in "Zenit", Mai bis August 1935, ist eine wohlstrukturierte Zusammenfassung dieses Buches (die Seitenangaben beziehen sich auf die genannte Ausgabe). Wie der Verfasser schreibt, ist das Buch als Referenz gedacht und kann demjenigen, der die Morinsche Kombinationslehre kennenlernen will, das Studium der "Synthese" nicht abnehmen.

Führer durch die Synthese von Sindbad-Weiss

Von Regierungsrat Hermann DERNEN.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Erstes Kapitel: Die Elemente
I. Die Elemente des Kosmos
A. Aus den Qualitäten
B. Die Planeten
C. Der Tierkreis
II. Die Elemente des Individuums
A. Die Häuser
B. Die Dekanate
C. Das Niveau
Zweites Kapitel: Der kosmische und irdische Zustand
I. Erklärung
II. Der akzidentelle kosmische Zustand
A. Die Beziehungen der Planeten im allgemeinen
B. Domination oder Disposition
C. Konjunktion
D. Aspekte
III. Der akzidentelle irdische Zustand: Die Beziehungen der Planeten zu den Häusern
A. Arten der Beziehung
B. Beziehung zu einem einzigen Haus
C. Beziehung zu mehreren Häusern: Kombination
Drittes Kapitel: Deutung


Einleitung.

Die Synthese von Sindbad-Weiss ist die Bibel des Astrologen. Sie ist schwer zu lesen, namentlich für Anfänger. Deshalb dieser Führer. Er soll die Synthese nicht ersetzen.


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Erstes Kapitel

Die Elemente

I. Die Elemente des Kosmos

A. Aus den Qualitäten

warm+ (aktiv, männlich)
kaltmehr + als –
trockenmehr – als +
feucht– (passiv, weiblich)
werden
1.die Planeten,
2.die Ur-Elemente
Feuerwarm, trocken  + + Macht
Erdekalt, trocken  – Besitz
Luftwarm, feucht  Wissen
Wasserkalt, feucht  – – Phantasie
zusammengesetzt.

B. Die Planeten

1. Elementares Geschlecht und Wesen (S.35 – 49)

warm kalt trocken feucht Geschlecht Wesen (vgl. Tektonik, S.292ff.)
  2   + + Schöpferkraft  Leben Ruhe
  5   6 Umgestaltung
  3   + Kontraktion, Tod
  3   + + Angriff Bewegung
½     4 Ausgleich zu Harmonie
  1   + + Entfaltung Tätigkeit
  1   + – Konzentration
verwandt mit und + Offenbarung
verwandt mit und Erfühlen von Unbekanntem

2. Konstitution

a) Effekt in der Elementar-Ebene:(S. 64,79,88)
Regelmäßige Kreise, volle Kurven.
Unregelmäßige Kurven.
Harte, scharf geschnittene Umrisse, gerade, kurze Linien und oft auch verzerrte Formen.
Scharfe Winkel und schöne gerade Linien.
Schöne, abgerundete, rhythmische Umrisse.
Volle, ausgerundete Formen.
Scharf eingeschnittene Linien und schmächtige Kurven.
Holzschnitt-artige Linien.
Rhythmische Kurven und chaotische, verschwommene Formen.

b) Astronomische Einteilung

obere Planeten:
obere Planeten:

c) Elektromagnetische Einteilung

positiv-elektrische ,
negativ-magnetische ,
ist elektrisch und magnetisch,
ist variabel.

d) Einteilung nach der Mächtigkeit: (S. 163)

e) Charakter: (S. 163)
der große Wohltäter (W)
der große Wohltäter
Wohltäter oder neutral
der große Übeltäter (Ü)
der kleine Übeltäter
Volle, ausgerundete Formen.
Übeltäter oder neutral

f) Minderwichtige Unterschiede: (S. 108)
Der schnelle Planet gibt rasche Wirkung.
Der langsame Planet verzögert die Wirkung.
Der Planet in direkter Bewegung gibt Zusammenhang und Fortschreiten der Wirkung.
Rückläufigkeit bedeutet Hemmung.
Stillstand bedeutet Beständigkeit und Dauer.

3. Essentielle Natur (Wesen)
Die Faktoren unter 1 und 2 ergeben das Wesen der Planeten. Dieses Wesen ist ein Teil seines kosmischen Zustandes in einem bestimmten Augenblick, welcher Begriff im zweiten Kapitel unter Punkt 1 erklärt wird.

C. Der Tierkreis

(S.49-64)
1. Die Trigone
Je 3 der 12 Zeichen bilden ein Trigon und gehören einem Ur-Element an. Sie unterscheiden sich dadurch, daß bei dem einen die erste, beim andern die zweite Qualität überwiegt und bei dem dritten etwas von einer dritten Qualität hinzukommt.

2. Übersicht nach Element, Geschlecht und Konstitution
Z. Herr Element Mischung Geschl. Konstitution
1. T Feuer mehr trocken als warm + kardinal
2. N Erde mehr kalt als trocken fix
3. N Luft warm und mehr feucht als trocken + gewöhnlich
4. Wasser kalt und mehr feucht als trocken kardinal
5. Feuer mehr warm als trocken + fix
6. T Erde mehr trocken als kalt gewöhnlich
7. T Luft mehr warm als feucht + kardinal
8. N Wasser mehr kalt als feucht fix
9. T Feuer warm und mehr trocken als feucht + gewöhnlich
10. T Erde kalt und mehr trocken als feucht kardinal
11. N Luft mehr warm als feucht fix
12. N Wasser mehr trocken als warm gewöhnlich

3. Charakteristik der Zeichen (S. 67-79)

4. Konstitution oder Dynamismus (S. 66-80)
kardinal = Ehrgeiz ,
fix = Ausdauer ,
gewöhnlich = Vielseitigkeit .
Es korrespondieren:
die kardinalen Zeichen dem Gehirn, der Mentalität,
die fixen Zeichen dem Herzen, der Vitalität,
die gewöhnlichen Zeichen den Gliedmaßen, dem Motorischen.

5. Kurze Charakteristik des Nativen. (S. 81-87)
Aszendent, , und erhalten je 2 Punkte, die übrigen Planeten je einen. Nach dem Wesen der Zeichen, in denen die Planeten in einem bestimmten Horoskop stehen, ordnet man sie elementar, konstitutionell und noch dem Geschlecht. Es ergibt sich eine gewisse Punktzahl für Macht, Besitz usw. resp. Ehrgeiz usw. und Aktivität. Man gewinnt einen vorläufigen Überblick.

II. Die Elemente des Individuums

A. Die Häuser.

(S. 112-127)

1. Elementare und dynamische Einteilung.

Die Einteilung entspricht den Zeichen. In der Tabelle unter I.C braucht man nur die laufenden Zahlen für die Häuser zu nehmen und findet die Entsprechungen von selbst.

Elementar sind also dem Feuer unterstellt das I., V. und IX. Haus, der Erde das II., VI. und X. Haus usw.

Die Ausdrücke kardinal usw. braucht man nicht für die Häuser. In Analogie dazu braucht man die Worte: Eckhäuser, nachfolgende und fallende Häuser. Demnach sind das I., IV., VII. und X. Haus am wichtigsten.

2. Die Bedeutung der Häuser. (S. 117-127)
3. Die zusätzliche Bedeutung. (S. 113)

Außer seiner eigenen Bedeutung hat jedes Haus zusätzlich auch die Bedeutung des gegenüberliegenden Hauses. Z. B. entstammen die Krankheiten, die oft dem VI. Haus zugeschrieben werden, dem gegenüberliegenden XII. Haus.


4. Charakter der Häuser. (S. 164)
Das VI., VIII. und XII. Haus gelten als unglückliche Häuser, die anderen als glückliche.
5. Essentielle Natur.
Die vorstehenden Faktoren ergeben die essentielle Natur der Häuser. Sie gehört zur akzidentellen Determination oder zum irdischen Zustand der Planeten, welche Begriffe im zweiten Kapitel unter 1 erklärt werden.

B. Die Dekanate.

(S. 127-130)

C. Das Niveau.

(S.144)
Das Niveau oder der terrestrische Faktor kann aus dem Horoskop nicht erkannt werden. Infolgedessen kann nur die relative, aber nicht die absolute Entwicklung vorausgesagt werden. Z. B. ist gleichzeitig mit Eduard VII. in London ein einfacher Mann geboren worden (und - beiläufig - auch gleichzeitig gestorben). Die beiden Horoskope sind genau gleich. Der Zeitgenosse des Königs hat es in befriedigendem Aufstieg zum Oberkellner gebracht, der Prinz zum König. Sie sind von verschiedenem Niveau gestartet. Dieses Niveau ist nicht erkennbar, aber der Aufstieg war relativ gleichartig.


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Zweites Kapitel:

Der kosmische und irdische Zustand

I. Erklärung
  1. Die essentielle Natur des Planeten begreift sein unveränderliches Wesen.
  2. Seine Wirkung in einem bestimmten Augenblick wird beeinflußt von kosmischen und irdischen Faktoren. Die kosmischen Faktoren sind die Zeichen und Planeten, die irdischen Faktoren sind die Häuser, mit denen der Planet in Verbindung tritt. Die Planeten fügen fördernde, hemmende oder andersartige Kraft hinzu, die Zeichen und Häuser lassen nur bestimmte Faktoren zur Wirkung kommen.
  3. Die durch die kosmischen und irdischen Faktoren veränderte Wirkung des Planeten nennt man seine akzidentelle Natur. Dieser Ausdruck ist nicht genau, man spräche besser von seiner speziellen (augenblicklichen) Wirkung. Aber der Ausdruck hat sich eingebürgert. Man teilt ihn in den kosmischen und irdischen Zustand, die natürlich akzidentell sind.
  4. Als ersten Teil des kosmischen Zustandes haben wir die essnetielle Natur des Planeten bereits betrachtet. Diese Natur wird beeinflußt von den kosmischen Faktoren der Zeichen und der anderen Planeten. Unter II wird dies näher erklärt.
  5. Von dem irdischen Zustand haben wir gleichfalls den ersten Teil in der essentiellen Natur der Häuser kennen gelernt. Die übrigen Faktoren werden unter III behandelt.

    Hierzu geben wir folgende Erklärung. Die Planeten sind gewissermaßen die treibende Kraft. Die Häuser sind das Feld, auf das sie einwirken. Der Nutzeffekt der resultierenden Bewegung kann zwischen 0% und 100% liegen. Beispielsweise wird ein Wohltäter in einem glücklichen Pause Nützliches für den Nativen hervorbringen. Zwischen einem Übeltäter und einem glücklichen Haus besteht aber ein Gegensatz.

    Anders ausgedrückt: Der kosmische Zustand gibt dem Planeten eine bestimmte Kraft in bestimmter Richtung. Das Haus erlaubt eine Bewegung bestimmter Richtung. In anderer Richtung ist keine Bewegung möglich. Also kann nur etwas geschehen, wenn und soweit Kraft und Bewegungsmoglichkeit in der Richtung übereinstimmen.

    Da die Häuser eine spezielle Eigentümlichkeit des Nativen sind, spricht man von dem irdischen Zustand oder der lokalen Determination des Planeten und meint damit den Nutzeffekt.

    Die Praxis geht umgekehrt vor. Sie nimmt die Häuser zum Ausgangspunkt und prüft, ob und welche analogen Kräfte auf sie einwirken. Diesem Gedankengang passen wir uns an.

  6. Dauer des Zustandes. Die Planeten behalten ihre akzidentelle Natur für das ganze Leben des Nativen. Dies gilt auch für die Direktionen und Transite. Ihre Wirkung wird ausgelöst durch die Direktionen und dabei beeinflußt nach Art der Aspektwirkung im Rahmen der Möglichkeiten, die das Geburtshoroskop gibt.
II. Der akzidentelle kosmische Zustand

A. Die Beziehungen der Planeten im allgemeinen.

1. Die Arten dieser Beziehungen.
  1. Unter 1. 4. haben wir erklärt, daß die essentielle Natur der Planeten beeinflußt wird durch die Beziehungen zu anderen Planeten und Zeichen. Diese Beziehungen sind: Domination oder Disposition, Konjunktion und Aspekte.
  2. Domination und Disposition. Jedes Zeichen hat einen Planeten zum Herrn und wirkt nur durch diesen Planeten, gleichgültig wo er körperlich steht. Die Herrschaft des Planeten über sein oder seine Zeichen heißt Domination. Steht der Herr körperlich in seinem Zeichen, so befindet er sich in seinem Domizil.

    Ein Planet in einem fremden Zeichen ist abhängig von dem Zeichen und dessen Herrn. Dieser ist sein Dispositor.

  3. Unter Konjunktion versteht man das Zusammenstehen von Planeten innerhalb eines Winkels bis zu etwa 10°, unter Aspekten das Auseinanderstehen unter bestimmten Winkeln.
  4. Diese Beziehungen können von verschiedenen Gesichtspunkten aus beurteilt werden, die auch zu verschiedenen Ergebnissen führen. So kann gleichzeitig Freundschaft und Feindschaft zwischen zwei Planeten herrschen. Aber es wird sich in einem Horoskop meist zeigen, daß die erste Tendenz auf andere Angelegenheiten bezogen werden muß als die zweite. Denn jene zeigt Analogie zu harmonierenden Dingen, diese nicht.

    Im allgemeinen ist zu sagen, daß und fast immer Feinde von und sind. Dagegen wirkt mit anderen Planeten meist gut zusammen.

2. Die elementare Qualität.
  1. Haben zwei Planeten eine der beiden Hauptqualitäten warm, oder feucht gemeinsam, so harmonieren sie.
    haben warm gemeinsam. Ebenfalls , aber er disharmoniert mit wegen des Übermaßes an trocken, mit wegen des Gegensatzes trocken-feucht.
  2. Haben sie entgegengesetzte Qualitäten, so entsteht Feindschaft.
    und warm gegen kalt,
    und oder trocken gegen feucht,
    und warm-trocken gegen kalt-feucht.
3. Der Charakter.
  1. Wohltäter (W) harmonieren miteinander und mit ,.
    und geben Lebenskraft, Ehren, Würden,
    und geben Reichtum, Kinder, Freundschaften
    und fördern Liebe und Ehe.
  2. Übeltäter (Ü) schaden einander. und geben Gefahr.
  3. W. und Ü. können günstig zusammen wirken, namentlich wenn W. stärker ist. Es geben z. B.:
    und Weisheit, Ernst, Leistungsfähigkeit
    und Tiefe des Intellekts
    und Lebhaftigkeit des Geistes.
  4. Ist Ü. stärker, so geben z.B.:
    und Indiskretion, Unbeständigkeit des Geistes,
    und Übereilung,
    und Anmaßung,
    und Störung der Harmonie,
    und Häßlichkeit,
    und Schädigung des Ansehens,
    und Gefahr und Pech.
4. Die Lage der beherrschten Zeichen.
  1. Unter diesem Gesichtspunkt vertragen sich z. B.:
    und , weil ,
    und ,weil ,
    und , weil und .
  2. Es vertragen sich nicht z.B.:
    und , weil ,
    und ,weil ,
    und , weil und ,
    und , weil und ,
    und , weil und .
5. Art des Zusammenwirkens. (S.134)
  1. Planeten, die in Beziehung zueinander stehen, wirken zusammen wie Teilhaber. Auf die Art der Beziehungen kommt es dabei nicht an, sondern dies gilt für alle Beziehungen, sei es durch Disposition, Konjunktion oder Aspekte.
  2. Es muß festgestellt werden, ob und wie die Planeten einander fördern oder hemmen. Förderung macht w, Hemmung ü, sie treibt zur Entartung. Außerdem macht Förderung stark und Hemmung schwach. Es darf aber nicht vergessen werden, daß Zusammen- und Gegeneinander-Wirken nicht ohne das Moment der Zeit betrachtet werden darf. Ein Horoskop ohne Gegensätze bleibt im Oberflachlichen. Energien, sowie sie enstehen, fließen ab. Aber die Hemmung verursacht eine Kraftansammlung, die schließlich die Ursache wie einen Damm überflutet oder niederlegt und Gewaltiges an Eigenschaften und Leistungen hervorbringt oder — das menschliche Behältnis sprengt.
  3. Es ist praktisch unwichtig, zu untersuchen, ob das Zusammenwirken die Natur der Planeten verändert oder von Einfluß ist nur auf das Resultat als eines Kompromisses zwischen den Teilhabern; denn es kommt auf dasselbe heraus. Aber der zweite Gedankengang ist theoretisch richtiger.

    Der erste birgt nämlich die Falle der Wechselwirkung. Z. B.: verdirbt , die verdorbene wirkt ungünstig zurück auf , das Resultat wäre höchst unerfreulich. Dies ist falsch. Das Resultat steht ungefähr in der Mitte zwischen und .

    Trotzdem spricht man von verdorbenen Planeten, und behauptet damit, daß die essentielle Natur verändert wird. Hier bringen wir die theoretische Richtigstellung, behalten aber den praktischen Sprachgebrauch bei.

    Er ist unschädlich, wenn wir die Wechselwirkung ausnehmen. Auf jeden dritten Ort ist die Wirkung unabhängig von unserer Ausdrucksweise.

  4. Der stärkere Planet hat natürlich den größeren Einfluß und kann den ihm disharmonisch schwächeren vollständig überwältigen. Aber der schwächere darf nicht vernachlässigt werden, da er mildert oder verschlimmert. (S.181)

    Oft wechseln disharmonische Planeten nach Maßgabe der Direktionen in ihrer Wirkung ab.

  5. Die Teilhaberschaft der Konjunktion gibt keine weiteren Rätsel auf.

    Die Teilhaberschaften der Disposition und der Aspekte sind anzusehen wie eine Konjunktion, als ob der eine Planet körperlich neben den anderen tritt oder umgekehrt. Sie machen ihren Einfluß geltend an zwei Orten: an dem des einen und an dem des anderen Planeten. Es kann also sein, daß der eine Ort verbessert, der andere verschlechtert wird.

    Die durch Disposition und Aspekte in die Ferne wirkenden Planeten treten nicht in die kosmischen Zustände der Fremde ein, sondern behalten diejenige ihrer Heimat bei.

  6. Von den Beziehungen zwischen Planeten können zwei nebeneinander bestehen, nämlich Disposition und Konjunktion oder Disposition und Aspekt. Dann summiert sich die Wirkung.
6. Stärke und Konkurrenz des Zusammenwirkens. (S.134)
  1. Die Beziehung ist umso stärker, je partiler (genauer) Konjunktion und Aspekt sind und je näher bei Disposition der beherrschte Planet an der Spitze des Zeichens steht.
  2. Konjunktion wirkt am stärksten es folgt Disposition, schließlich Aspektierung. (S.141)

B. Domination oder Disposition.

Diese Art der Beziehung zwischen Planet, Zeichen und anderen Planeten kann von zwei Seiten betrachtet werden: von Seiten des beherrschten und von Seiten des herrschenden Planeten. Für die erste Betrachtungsweise sind feste Begriffe geprägt worden. Wir behandeln sie deshalb zuerst.

B 1. Die Wirkung auf den beherrschten Planeten: Würden und Schwächen

(S. 96)
1. Technische Erklärung (S.98)
  1. Domizil.
    und herrschen je über ein Zeichen, über je 2 Zeichen (vgl. Tabellen 1. Kapitel unter C und unten unter h) und sind, wenn sie darin stehen, im Domizil, im eigenen Haus. Bei den letzten ist Tag-Domizil dasjenige Zeichen, das sich aus denselben Elementen zusammensetzt wie der herrschende Planet. Das andere ist das Nacht-Domizil.
  2. Exil.
    In den gegenüberliegenden Zeichen befinden sich die Planeten unter der Herrschaft ihres Widersachers. Sie sind im Exil. Die Unterscheidung noch Tag- und Nacht-Exil macht man nicht.
  3. Erhöhung.
    Aus der Tabelle unten unter h) ergibt sich, in welchen Zeichen die Planeten erhöht stehen. hat ausnahmsweise seine Erhöhung im Tag-Domizil.
  4. Fall.
    In den der Erhöhung gegenüberliegenden Zeichen sind die Planeten im Fall.
  5. Trigonokratie.
    Wenn ein Planet in einem Zeichen des Trigons steht, in dem eines seiner Domizile liegt, ist er in Trigonokratie, soweit er nicht in diesem Zeichen in einem der vorgenannten Zustände sich befindet.
  6. Peregrin.
    In den übrigen Zeichen steht der Planet peregrin, d. h. fremd oder neutral.
  7. Uranus und Neptun.
    Ein Teil der Astrologen macht zum Herrn oder Mitherrn des und zum Herrn oder Mitherrn der . Die klassische Wissenschaft lehnt dies ab. Sie beginnt mit eine neue Reihe und setzt in Analogie zu , zur , beides auf höherem Niveau. Zu den anderen Zeichen hat man und nicht in Beziehung gebracht.
  8. Tabelle zu a-f.


    Tabelle zu II.B 1a-f
    K. f. g. K. f. g. K. f. g. K. f. g.
    F. E. L. W. F. E. L. W. F. E. L. W.
    + + + + + +
    5½ W
    2 tr.
    Erh. p. p. p. T.H. p. Fall p. Trig. p. Ex. p.
    5 K
    6 f
    p. Erh. p. T.H. p. p. p. Fall p. Ex. p. Trig.
    5½ W
    2 tr.
    Fall Trig. Trig. Ex. Ex. Trig. Erh. p. p. T.H. N.H. p.
    5½ W
    2 tr.
    T.H. Ex. p. Fall Trig. p. Exil N.H. Trig. Erh. p. Trig.
    5½ W
    2 tr.
    Ex. N.H. Trig. p. p. Fall T.H. Ex. p. Trig. Trig. Erh.
    5½ W
    2 tr.
    Trig. p. Ex. Erh. Trig. Ex. p. Trig. T.H. Fall p. N.H.
    5½ W
    2 tr.
    p. Trig. N.H. p. p. T.H. Trig. p. Ex. Trig. Trig. Ex.
    Domizil
    Exil
    Erhöhung          
    Fall          
2. Bedeutung (S.96)
  1. Domizil.
    Das Domizil oder die Stellung im eigenen Zeichen ist die beste Würde, die ein Planet haben kann. Er wirkt hier reiner und stärker als in anderen Zeichen, vor allem aber auch beständig.

    Diejenigen Planeten, die in 2 Zeichen herrschen, kommen wegen der elementaren Gleichheit im Tag_Zeichen unverfälschter zur Geltung, wirken aber stärker und wohltätiger in ihrem gleichgeschlechtlichen Domizil. Daher stehen besonders gut im und im . Ebenso gut stehen und in ihrem einen Zeichen.

    Im allgemeinen, auch für die folgenden kosmischen Zustände, scheint das Geschlecht wichtiger zu sein als das Element.

  2. Exil.
    Das Exil ist die schlimmste der Schwächen. Die Wirkung des Planeten ist gehemmt getrübt, ins Schlechte oder Schlechtere verkehrt.

    Geschlechtsgegensatz verdirbt mehr als elementarer Gegensatz.

  3. Erhöhung.
    Dies ist die zweite der Würden.

    Der Planet erhält große Kraft. Qualitativ wird er nicht verändert. Dies hängt von anderen Umständen ab.

    Ein erhöhter Planet besitzt große Kraft und stärkt andere Planeten erheblich durch seine Beziehungen.

  4. Fall.
    Der Planet ist geschwächt, qualitativ bleibt er unverändert.
  5. Trigonokratie.
    Diese dritte und letzte der Würden wirkt in schwachem Ausmaß günstig.
  6. Peregrin.
    Die peregrinen Zeichen haben den geringsten Einfluß auf den Planeten. Seine essentielle Natur wird wenig gefördert oder gehemmt. Der Einfluß, der sich aus der elementaren und konstitutionellen Gleichartigkeit ergibt, darf nicht vernachlässigt werden. Sehr wichtig ist z. B., daß ein Planet in einem positiven Zeichen aktiv, in einem Luftzeichen immateriell wirkt usw.
3. Wirkung (S.162)

Ein Planet steht unter der Herrschaft des Zeichens, in dem er sich befindet und unter der Herrschaft seines Dispositors.

Diese verändern gewissermaßen die essentielle Natur des Planeten. Ein Wohltäter (W) im Exil wird übeltäterisch (Wü) ein Ubeltater (Ü) im Domizil wohltäterisch (Üw). W im Domizil wird Ww, Ü im Exil Üü

Man darf aber Wü und Ü sowie Üw und W nicht gleichsetzen. Erst wenn entsprechende Beziehungen von anderen Planeten hinzukommen, wäre dies zulässig. Aber auch dann sollte man nicht vergessen, daß die ursprüngliche Richtung der Kraft aus der essentiellen Natur stammt, daß es auf die Größe der Richtungs-Änderung ankommt, und daß der Planet nichts geben kann, was er nicht in sich hat. Dies müßte also schon aus der Natur des anderen Planeten genommen werden können, z. B. kann , im Domizil und gut aspektiert von Glück verwirklichen und Unglück verhindern Aber sonst sollte man gegen Ü immer mißtrauisch sein.

B 2. Die Wirkung des herrschenden Planeten. Würden und Schwächen

(S. 193)
1. Arten der Herrschaft

Ein Zeichen untersteht immer seinem Herrn, auch wenn er sich nicht in dem Zeichen befindet. Diese ferne, von der Position unabhängige Herrschaft heißt Domination.

  1. Der in dem Zeichen erhöhte Planet ist Mitherr. Seine Mitherrschaft ist die Exaltation.

    Exaltation wirkt schwacher als Domination

    (S.214)

    Die Mitherrschaft durch Trigonokratie kann. vernachlässigt werden, Die Mitherrschaft durch Exil oder Fall ist zu berücksichtigen, wenn sie sich summiert mit entsprechender Konjunktion oder Aspektierung. Sie wirkt natürlich ungünstig.

    (S.218)
  2. Die Herrscher sind die Dispositoren der Planeten, die in dem Zeichen stehen. Sie sind die Sekundärherren des Hauses, über das der dominierte Planet durch Position herrscht.
2. Position > Domination (S. 189)
Unter sonst gleichen Umständen ist Position stärker als Domination. Aber die anderen kosmischen Zustände können geben, daß die Disposition die ausschlaggebende Bedeutung hat.
3. Keine iterierten Dispositorenketten (S. 189)
Dagegen bleibt der Dispositor des Dispositors für dessen Planeten wirkungslos. Die Beziehung ist zu weit.
4. Wirkung.
  1. Unter B.1. (Würden und Schwächen) haben wir bereits die Kehrseite der Dispositionen behandelt, die in die festen Begriffe von Domizil, Erhöhung usw. gefaßt ist. Wir brauchen nur noch die ergänzenden Regeln für die Kopfseite zu geben.
  2. Ein Planet wirkt nur in Abhängigkeit von dem Zeichen, in dem er steht; dieses Zeichen ist in Abhängigkeit von seinem Herrn, der Planet also in Abhängigkeit von diesem seinem Dispositor.
    (S. 186)
  3. Der Dispositor überträgt seinen kosmischen Zustand auf Zeichen und Planeten. Der Planet wird also abhängig von diesem kosmischen Zustand sowie dem Wesen des Zeichens nach Element, Konstitution und Geschlecht. Er wohnt nicht als Eigentümer, er wohnt zur Miete.
    (S. 187)
  4. Die Art dieser Wirkung ist Teilhaberschaft. Sie ist schwächer als Konjunktion, stärker als Aspektierung.
  5. Notwendigerweise dürfen wir, mit der einzigen Ausnahme des Domizils, die Würden und Schwächen nicht mehr als etwas Absolutes nehmen, sondern müssen sie modifizieren nach dem kosmischen Zustand des Dispositors.
5. Deutung. (S. 217)
Es ist allgemeine Anschauung, daß der Planet durch seine Domination Stabilität, durch seine Exaltation plötzliche, sehr bemerkenswerte Ereignisse gibt.

Die Herrschaft eines schlechten Dispositors über einen erhöhten oder sonstwie in gutem Zustand befindlichen Planeten bewirkt, daß eine Sache gut anfängt und schlecht aufhört.

6. Der dominierte Planet. (S. 200)
Dieser wirkt auf seinen Dispositor ein. Aber sein Einfluß ist schwächer, denn der Herr ist starker als der Knecht.

Der Einfluß ist so zu beurteilen, als ob der Dispositor den Planeten in sein Positionshaus (nicht etwa in das andere Dominationshaus) hineingezogen hätte und dort mit ihm in Konjunktion stände.

C. Konjunktion.

1. Charakter. (S. 226)
  1. Der Konjunktion kommt an und für sich kein Charakter zu. Das die Planeten verbindende Band ist absolut neutral, die Planeten wirken unmittelbar aufeinander. Über diese Wirkung haben wir unter 1. "Die Beziehung im allgemeinen" alles Erforderliche gesagt.
  2. Im Rahmen dieser Ausführungen ist für die Konjunktion hinzuzufügen, daß im allgemeinen die Konjunktion mit W günstig ist, mit Ü ungünstig wirkt, und daß man außerdem das Zeichen berücksichtigen muß, in dem die Konjunktion stattfindet. In dieser Hinsicht gibt es je 3 Fälle.
    Günstige Konjunktionen:
    beide Planeten in Würde,
    einer in Würde, der andere peregrin,
    einer in Würde, der andere in Schwäche.
    Ungünstige Konjunktionen:
    beide Planeten in Schwäche,
    einer in Schwäche, der andere peregrin,
    beide peregrin.
2. Annäherung und Trennung. (S.241)
  1. Art und Schnelligkeit der Bewegung sind aus der Ephemeride zu ersehen.
  2. Annäherung hat stärkeren Einfluß auf Verwirklichung als Trennung. Insbesondere wirkt die Annäherung an Ü wesentlich schlechter als die Trennung von ihm. Der schnellere Planet ist derjenige, der allein oder vornehmlich die Veränderung der Entfernung herbeiführt. Als schnellerer Planet gilt der Planet, dessen tägliche Bewegung noch der Ephemeride größer ist. Er bezeichnet die Personen oder Angelegenheiten, die die Wirkung auslösen. Bei Annäherung ist der schnellere Planet wichtiger als der andere (unter sonst gleichen Umständen).
  3. Die Veränderung der Entfernung kann geschehen bei gleichläufiger (beide Planeten sind recht- oder rückläufig) oder gegenläufiger Bewegung. Gegenseitige Naherung wirkt starker als einfache. Gegenseitige Trennung hindert die Wirkung der Planeten, es gibt Hindernisse, Gegensätze, scheinbare Wirkung.
    • Vollständige Annäherung: Die Planeten kommen zur . Es entsteht die Wirkung.
    • Vollständige Trennung: entweder noch oder vor erfolgter : Auflösung oder Nichteintritt der Wirkung.
    • Unvollständige Annäherung: erst Näherung, aber vor Trennung: Wirkung mehr Schein als Wirklichkeit, Beginn, aber keine Vollendung.
    • Unvollständige Trennung: vor der Trennung aus dem zuständigen Orbis Umkehr und Annäherung: Die Wirkung wird verstärkt.
  4. Annäherung:
    • Der schnellere Planet kann den Ekliptikpunkt des anderen zur Zeit der Geburt erreichen: mittlere Wirkung, größer für den langsameren Planeten.
    • Er kann nur den Orbis dieses Punktes erreichen: keine Wirkung.
    • Er kann den anderen Planeten selbst erreichen: große Wirkung.
  5. Das unter a-e Gesagte gilt für alle Aspekte, Transite und Direktionen. Wird innerhalb eines Jahres eine Direktion durch Transit bestätigt, besonders wenn durch Rückläufigkeit der Transit dreimal eintritt, so ist die Wirkung sicher.
  6. Annäherung, Trennung und Wiederannäherung gibt Verwirk lichung, wenn schon alle Hoffnung verloren war. Trennung nach vollständiger Annäherung läßt die eingetretene Wirkung wieder schwinden.
  7. Annäherung durch Rückläufigkeit bringt Wirkung durch ungewöhnliche und unerwartete Mittel.
3. Aufeinanderfolge der Konjunktionen. (S. 257)
  1. von gut zu gut: sehr günstig;
    von schlecht zu schlecht: sehr ungünstig;
    von gut zu schlecht: die erste Wirkung ist Trug, es folgt Unglück;
    von schlecht zu gut: Das Unglück wird überwunden.
  2. Eine gute Anfangs-Konjunktion schafft einen freundlichen Start, der das Niveau hebt für spätere Beziehungen.
    Eine schlechte Konjunktion senkt das Niveau.
  3. Dies gilt auch für Aspekte.
4. Zusammengesetzte Bewegung dreier Planeten. (S. 248)
  1. Der mittlere eingeschlossene Planet trennt sich von dem einen und erreicht den anderen, aber es findet keine Trennung der äußeren Planeten statt: Die Kombination der äußeren kommt durch Personen oder Mittel zustande, die der mittlere bedeutet, oder die erste Kombination ist die Ursache der zweiten.
  2. Das Wesen des mittleren ist den anderen entgegengesetzt: die durch ihn dargestellten Personen oder Mittel verhindern den Effekt.
  3. Der letzte Planet erreicht noch vor dem mittleren den vordersten: er spielt die Rolle des mittleren.
  4. Zwei von den dreien erreichen einander durch gegensätzliche Bewegung (die stärker wirkt): die Bedeutung, die die mit dem dritten hat wird unterdrückt oder zerstört.
  5. Die mit dem dritten Planeten tritt früher ein, und diese disharmoniert mit dem ersten: die zwischen dem ersten und zweiten wird unterdrückt.
  6. Ein dritter Planet nähert sich zweien, die in sind: er kombiniert stärker mit dem, den er zuerst erreicht.
  7. Steht der eingeschlossene Planet zwischen zwei W, so ist das sehr günstig; steht er zwischen zwei Ü, sehr ungünstig; steht er zwischen W und Ü, so gibt den Ausschlag, an wen die Annäherung erfolgt.
  8. Dies gilt analog auch für die Aspekte. Für den Planeten ist nötigen Falles der Aspekt-Ort zu setzen.
  9. Ein Aspekt kann zwei Planeten zur Konjunktion verbinden. Aber er trennt sie, wenn er in ihre Konjunktion fällt und ihnen antagonistisch ist.

D. Aspekte

(S. 253 und 293)
1. Charakter des Bandes
  1. Zu den drei Momentan die wir bisher betrachtet haben:
    Essentielle Natur,
    Domination,
    Konjunktion,
    tritt nunmehr ein viertes, nämlich der Charakter des Bandes, das den aspektierenden Planeten (Sender) mit dem aspektierten (Empfänger) verbindet. Der Aspekt.
  2. Man berücksichtigt folgende Aspekte:
    Halbsextil30°schwach, günstig
    Halbquadrat45°schwach, ungünstig
    Sextil60°günstig
    Quadrat90°ungünstig
    Trigon120°stark, günstig
    1½ Quadrat135°schwach, ungünstig
    Quincunx150°enttäuschend
    Opposition180°stark, ungünstig
  3. Man kann die Aspekte als elektrische Leitungen ansehen. Ein Teil kann starke, der andere nur schwache Strömungen leiten. Die Rangfolge von stark zu schwach ist: . Die übrigen Aspekte sind erheblich schwacher, sollten aber doch berücksichtigt werden.
    Ferner. je partiler der Aspekt, desto besser leitet er. Wird er über die zulässige Grenze hinaus ungenau, so wächst der Widerstandsverlust auf 100% an: Die Wirkung wird Null.

    Die günstigen Aspekte leiten imallgemeinen nur W,die ungünstigen nur Ü. Für das Gegensätzliche bilden sie einen erheblichen Widerstand. Das eines Üw befördert also grundsätzlich nur W, das eines W überhaupt nichts.

    Aber hier ist folgende größere Genaugkeit zu merken: Jeder Aspekt leitet auch einen Teil Gegensätzliches, insonderheit wenn der Sender nur Gegensätzliches zu geben hat. Also überträgt das eines W etwas W, und ist der günstige Aspekt eines Ü schädlich und unbedingt mit Mißtrauen anzusehen.

    In praxi kommen meist gemischte Sender (Üw oder Wü) vor. Um deren Fernwirkung durch Aspekte zu verstehen, geben wir ein beziffertes Beispiel. Der wirkende Planet hat 80 Teile Ü und 20 Teile W. Der günstige Aspekt besitzt die Fähigkeit, W ganz und Ü nur zu 10% zu leiten. Dann gelangen an den Aspektort 8 Teile Ü und alle 20 Teile W. Im Gegensatz zur Konjunktion und Disposition wirkt unser Planet am Aspektort vornehmlich günstig.

  4. Der Aspekt zwischen zwei Planeten bildet eine Doppelleitung. Darauf sendet der eine seine Eigenschaften dem anderen, der andere, was er hat, dem einen. Beide Sendungen können ganz verschieden sein.
  5. Wir haben unter A erwähnt, daß Konjunktion am stärksten wirkt, Disposition folgt und Aspekte am schwächsten wirken. Auch diese Erscheinung läßt sich mit Leitungsverlusten veranschaulichen. Aber wir bemerken ausdrücklich, daß das Bild von der Leitung nur dem Vergleich dient und auch die genannten Ziffern kein exaktes Ergebnis sind.

2. Art der Wirkung. (S. 233)
Der Aspekt wirkt so, als ob der Sender am anderen Ende des Aspektbogens (Aspektort) noch einmal stünde. Was für das Zusammenwirken der Planeten gesagt ist, gilt, schwächer und modifiziert durch den Charakter des Aspekts, für die Aspektorte. Wir wiederholen das Wort Teilhaberschaft.

Außerdem ist zu beachten, aus welchem Zeichen der Aspekt kommt und in welches er fällt. Eigentlich enthält dieser Hinweis nichts Neues. Das Herkunftszeichen ist schon im kosmischen Zustande des Senders, das Empfangszeichen in dem des Empfängers enthalten. Gleichwohl wird dieser wichtige Umstand leicht vergessen.

3. Regeln (S. 225)
  1. Gute Aspekte der W wirken günstig,
    schlechte Aspekte der Ü wirken ungünstig.
  2. Schlechte Aspekte der W:
    W gibt Hemmungen und Schwierigkeiten,
    Wü wirkt beinahe so schlecht wie Ü
  3. gute Aspekte der Ü:
    Ü gibt Verwirklichung unter Schwierigkeiten,
    Üü bewirkt nichts Gutes.
  4. Ü von Ü schlecht getroffen, wirkt noch schlechter,
    Ü von W gut getroffen, wirkt besser,
    W in Schwäche und schlecht getroffen, wirkt ungünstig.
  5. ist dann am schädlichsten, wenn die beteiligten Planeten entgegengesetzte Breiten haben.
  6. In Horoskopen bedeutender Persönlichkeiten kommen partile Aspekte vor, bei mittelmäßigen Personen nicht.

III. Der akzidentelle irdische Zustand: Die Beziehungen der Planeten zu den Häusern.

A. Arten der Beziehung.

(S. 130)
Der Planet wirkt auf das Haus ein:
  1. Direkt:
    1. durch Domination, als Herr des Zeichens, in dem das Haus steht;
    2. durch Position (körperliche Anwesenheit) in diesem Haus;
    3. durch Konjunktion mit der Hausspitze. Steht der Planet im Haus, so summieren sich Position und Konjunktion. Steht er im Nebenhaus, so wirkt die Konjunktion allein;
    4. durch Aspekte auf die Hausspitze.
  2. Indirekt durch Beziehungen zu einem Planeten, der nach Ziff. 1 auf das Haus einwirkt.
  3. Durch Kombination der Häuser, auf die er einwirkt.
  4. Nach Art der Energie auf die Masse, woraus sich ergibt, daß die Hausspitze Anregungen, z. B. Aspekte, nur empfangen, aber nicht geben kann.
  5. Mit seinem gesamten kosmischen Zustand, wovon die Kehrseite schon unter Ziffer 2 enthalten ist.
  6. Im Falle der Kombination auch mit seinem irdischen Zustand, indem er seine Bedeutung in einem Haus mit der in anderen Häusern in Zusammenhang bringt. Hierbei ist allgemein zu merken, daß Domination und aspektierender Planet die Ursache oder den Anfang, Position und Aspektort die Folge oder das Ende bedeuten.

B. Beziehung zu einem einzigen Haus.

(S.153)
1. Intensität der Beziehung. (S. 233)
  1. Der empfänglichste Punkt des Hauses ist die Spitze, d. i. die Linie vom Mittelpunkt zum Umkreis des Horoskopes, die die Grenze zum niedriger bezifferten Nebenhaus bildet. Hinsichtlich der Konjunktion und Aspekte gelten für Häuserspitzen dieselben Toleranzen wie für Planeten. Die Wirkung der Position nimmt von der Spitze bis zum Ende allmählich ab. Dasselbe gilt für die Domination. Das Zeichen, in dem die Hausspitze steht, hat im allgemeinen die ausschlaggebende Bedeutung. Aber das folgende Zeichen, wenn es ganz (eingeschlossen von den Hausgrenzen) oder fast ganz im Haus steht kann den überwiegenden Einfluß haben.
  2. Der empfänglichste Punkt des gesamten Horoskopes ist das MC. Der schwächste ist das IC. Der kulminierende Planet, der am höchsten über der Horizontlinie und dem MC steht hat die beste Angriffsmöglichkeit.
    Andererseits ist der Osten empfänglicher als der Westen und der wirkungsvollste Punkt in dieser Hinsicht ist der Aszendent.
    Unter den Häusern sind am wichtigsten die Eckhäuser. Dann kommen die nachfolgenden, schließlich die fallenden Häuser.
  3. MC und Aszendent sind empfänglicher für Konjunktion und Aspekte als für die Positions- und Dominations-Planeten sowie deren Beziehungen. (S. 135)
    Im allgemeinen wirken die Planeten am stärksten durch Position, dann folgen Konjunktion, Domination und Aspekte.
    Wenn aber der Positionsplanet nicht an der Spitze des Hauses steht, so wirkt ein fast partiler Aspekt auf die Hausspitze unter sonst gleichen Umständen starker.
  4. Position ist wichtiger als Domination. Der Planet wirkt starker auf das Positionshaus.
    Eine Ausnahme macht das 1. Haus, weil die Persönlichkeit sowieso Träger der Ereignisse ist.
  5. Mehrere Positionsplaneten. (S. 178)
    Mehrere Planeten in einem Haus verheißen etwas Ungewöhnliches. Je mehr Planeten, desto bemerkenswerter im Guten und im Bösen die Verwirklichung.
    Jeder wirkt nach seiner Determination und außerdem verbunden mit den andern.
    Reihenfolge der Macht
    Domizil (Dispositor der anderen).
    Erhöhung.
    Analogie mit der Bedeutung des Hauses.
    Position zunächst der Hausspitze.
    Position entfernter der Hausspitze.
    Von Planeten mit entgegengesetzter Bedeutung überwältigt der Stärkere den Schwächeren. Aber der Schwächere darf nicht vernachlässigt werden.
    Zwei Wohltäter bedeuten hervorragend Günstiges, zwei Übeltater hervorragend Schlechtes.
    Glückliches Haus.
    Auf W folgt W: Bestand des Guten.
    Auf W folgt Ü: Glück und Zerstörung.
    Unglückliches Haus.
    Auf W folgt W: Verhinderung des Unglücks.
    Auf W folgt Ü: Realisierung des Unglücks.
    Auf Ü folgt W: Unglück, aber man entkommt den Folgen
    Auf Ü folgt Ü: Schweres Unglück.
  6. Mehrere Dominationsplaneten.
    Das Zeichen an der Hausspitze ist am wichtigsten. Im übrigen kommt es an auf Analogie zum Haus, den kosmischen Zustand und darauf, ob die dominierenden Planeten Aspekte in das Haus werfen.
    Es braucht nicht ein Planet den anderen auszustechen. Sie können als Teilhaber oder abwechselnd wirken.
  7. Mehrere Aspekte.
    Es ist ausschlaggebend:
    der bessere kosmische Zustand des Senders,
    die bessere Analogie des Senders zum Haus,
    der partilere Aspekt.
    Aspekte auf Häuserspitzen wirken stärker von vorangehenden Planeten, schwächer von nachfolgenden.(S. 237)
2. Wirkung der Beziehung. (S. 153)
  1. Möglichkeiten.(S. 153)
    Die Beziehung eines Planeten zu einem Haus gibt uns zunächst nur darüber Aufschluß, daß er irgend einen Einfluß auf die Angelegenheiten des Hauses nimmt.
    Sein Einfluß kann:
    die Angelegenheiten des Hauses verwirklichen,
    sie verhindern,
    die Verwirklichung zerstören,
    sie zu einer Quelle des Glücks oder Unglücks für den Nativen machen.
    Was davon eintrifft, hängt ab:
    von dem kosmischen Zustand des Planeten,
    von seiner Analogie zum Haus.
    Es ist also nun zu prüfen, ob der Planet eine Affinität oder Analogie zu seinem Haus besitzt oder nicht.
    Hierzu ist zu bemerken, daß sein kosmischer Zustand durch die Beziehung zu seinem Haus nicht geändert wird. Aber sein Energiegehalt kommt in einem analogen Hause voll zur Geltung, in einem wesensfremden mit einem Teil der Kraft, in einem Hause entgegengesetzten Wesens hemmend. (S. 160)
  2. Analogie zum allgemeinen Charakter des Hauses.
    Man teilt die Häuser ein in glückliche und unglückliche (VII, VIII, XII). Ihrer essentiellen Natur nach zeigen sie damit eine starke Analogie oder Gegensätzlichkeit zu W (den Glückbringern) und Ü (den Unglückbringern).
    Jeder Planet auch Ü, kann als W gelten, wenn er im Domizil, Erhöhung, Trigonokratie ist oder sonstwie sich in gutem kosmischen Zustande befindet. Aber die Ü, und , in gewissen Grade auch und müssen mit Vorsicht und sehr kritisch betrachtet werden. In glücklichen Häusern können sie die einschlägigen Bedeutungen verwirklichen, aber meist sind Schwierigkeiten und Gefahren oder unlautere Mittel dabei. Aber in den unglücklichen Häusern VII, VIII, XII bricht ihre essentielle Natur durch und sie sind geneigt, Unglück zu bringen. (S. 162)
    Es ergeben sich danach 4 Grundregeln:
    W verwirklicht die Bedeutung des glücklichen Hauses,
    Ü verwirklicht die Bedeutung des unglücklichen Hauses,
    Ü verhindert die Bedeutung des glücklichen Hauses,
    W verhindert die Bedeutung des unglücklichen Hauses,
    Ausführlicher ist dazu folgendes zu sagen:
    Glückliche Häuser. (S. 165)
    Wohltäter
    • in gutem kosmischen Zustande verwirklichen;
    • in schlechtem kosmischen Zustande verwirklichen nicht oder nur unter Schwierigkeiten, in kleinem Ausmaße, meist ohne Nutzen oder mit verwerflichen Mitteln;
    • in mittelmäßigem kosmischen Zustande verwirklichen nach Qualität, Quantität und Dauer nur mittelmäßig.
    Übeltäter
    • in gutem kosmischen Zustande verwirklichen unvollkommen, mit Schwierigkeiten, mit schlechten Mitteln und lassen ein Unglück im Gefolge befürchten;
    • in schlechtem kosmischen Zustande verhindern oder beschwören Unglück im Gefolge einer teilweisen Verwirklichung herauf;
    • in mittelmäßigem kosmischen Zustande verhindern nur oder zerstören eine günstige Wirkung.
    Unglückliche Häuser. (S. 167)
    Wohltäter
    • in gutem kosmischen Zustande verhindern oder mildern wenigstens;
    • in schlechtem kosmischen Zustande verhindern nicht, sondern provozieren;
    • in mittelmäßigem kosmischen Zustande verhindern nicht und bewirken nicht, aber sie mildern die Ergebnisse.
    Übeltäter
    • in gutem kosmischen Zustande verhindern nicht, aber mildern das Übel oder befreien schließlich davon;
    • in schlechtem kosmischen Zustande führen das Übel in härtester Weise herbei;
    • in mittelmäßigem kosmischen Zustande rufen das Unglück hervor, aber nicht so schlimm wie vorher.
    Der schlechte Aspekt von Wü in ein Unglückshaus verwirklicht das Schlechte.
    Der gute Aspekt eines Üü in ein Unglückshaus bringt Unglück.
    Der schlechte Aspekt eines Ü in ein dominiertes
    • glückliches Haus bringt vorteilhafte Wirkungen, aber in gewaltsamer Art, und läßt Unglück folgen;
    • unglückliches Haus erzeugt eine schlimme primäre und sekundäre Wirkung.
  3. Analogie zur speziellen Bedeutung des Hauses. , und haben besondere Analogie zu Geld. Es ist eigentlich natürlich, daß ihre Beziehungen zum Geldhause besonders starke Wirkungen auslösen wird, zum Guten oder Schlimmen, je nach ihrem Charakter.
    Ebenso verhält es sich mit im V. Haus, oder im VII., im X. usw.
    Es darf aber nicht gesagt werden, daß Planeten ohne besondere Analogie zu ihrem Hause gar nichts bewirken. Sie folgen den unter b) gegebenen Regeln. Ihre Wirkung ist nur nicht so stark.
    Dagegen dürfte ein Planet, dessen Wesen dem seines Hauses ausgesprochen entgegengesetzt ist, tatsächlich nichts bewirken. Ein unfruchtbarer Planet im V. Hause gibt keine Kinder.
    Aspekte in einem Haus können ausgelegt werden: (S.141)
    • analog dem Wesen des Senders,
    • zodiakal, nach der Bedeutung des Herkunftszeichens,
    • lokal, nach der Bedeutung des Herkunft-Hauses.
    Hiernach ist zu prüfen, ob Planet, Zeichen, Haus mit dem Aspekt harmonieren oder nicht.
  4. Signifikatoren.
    Die Orte im Horoskop, die eine bestimmte Angelegenheit oder Person bedeuten, nennt man Signifikatoren dieser Angelegenheit oder Person.
    Allgemein sind die Häuserspitzen Signifikatoren der speziellen Bedeutung ihrer Häuser, insbesondere bezeichnet der Aszendent die Persönlichkeit, das MC die soziale Stellung.
    Aber man sollte sehr zurückhaltend damit sein, auch Planeten zu Signifikatoren bestimmter Angelegenheiten oder Personen zu machen, wenn sie zu diesen Dingen im Horoskop keine Beziehung haben. Die Häuserspitzen machen hier keine Ausnahme. Im Gegenteil, sie sind auf die Dinge ihres Hauses determiniert. Dies ist notwendigerweise und ausnahmslos der Fall. Also sind sie mit Fug und Recht Signifikatoren ihrer Hausbedeutung.
    Nun würde es niemanden einfallen, die II. Hausspitze zum Signifikator des V. Hauses zu machen oder dergleichen. Die aber macht man unbedenklich zum Signifikator des Vaters und Gatten, ohne Rücksicht darauf, daß sie vielleicht im VI. Hause steht, und nur auf Arbeit bestimmt ist. Erst die lokale Determination durch die Häuser gibt doch den Planeten die Eigenschaften des Signifizierens irdischer Angelegenheiten. Die besitzt zwar Analogie zur Schöpferkraft und zum Erzeuger. Aber sie trägt doch keine Tafel mit der Aufschrift: Vater. Diese erhält sie erst durch die Beziehung zum X. oder IV. Haus.
    Hätte man das Wort Signifikator nicht erfunden, so wäre der Irrtum nicht aufgekommen, daß die kosmische Determination irdische Bedeutung hat.
  5. Doppelte Bedeutung der Häuser.(S.173)
    Jedes Haus hat zusätzlich die Bedeutung des gegenüberliegenden Hauses. W begünstigt, Ü schädigt den Nativen auch bezüglich dieses Hauses. Je mächtiger der Planet, desto größer sein Einfluß auf die Bedeutungen des Oppositionshauses.
  6. Die Umgebung des Nativen.(S.158)
    Die Planeten haben nicht nur eine Bedeutung für die Ereignisse, die den Nativen betreffen, sondern auch für die Ereignisse der Personen, die sie fallweise bezeichnen.
    Aber Subjekt aller Geschehnisse ist der Native allein. Das Horoskop zeigt nicht an, daß ein Ereignis seine Umgebung trifft, sondern wie der Native davon berührt wird. Es zeigt nicht an, daß sein Vater stirbt, sondern daß er seinen Vater verliert. Oft zeigt es nur die Folgen davon an. Das Unglück, das nun kommt, oder die Erbschaft, die ihm hilft.
3. Reihenfolge der Untersuchung. (S. 142,192)
  1. Es empfiehlt sich, nicht durch die Fülle der Beziehungen sich verwirren zu lassen, sondern mit bestimmten Fragen an ein Horoskop heranzugehen. Für die vollständige Beurteilung eines Horoskopes enthalten ja die Häuser die fertigen Fragen.
    Nun stellt man die Planeten fest, die durch Konjunktion, Position, Domination und Aspekte in Beziehung zu unserem Haus stehen. Man greift zuerst den heraus, der die größte Analogie besitzt, und prüft seinen kosmischen Zustand. Die anderen sind daraufhin zu untersuchen, ob sie Sukkurs bringen oder Feindschaft.
    Es bleibt dann noch das Gebiet der Kombination der Häuser, dessen Behandlung folgt.
  2. MORINUS rät: Man muß daher mit der größten Sorgfalt untersuchen, ob die in einem Hause befindlichen oder dort dominierenden Planeten in günstigen oder ungünstigen Konfigurationen zu jenem Planeten stehen, der seiner Analogie nach dieselbe Bedeutung wie dieses Haus besitzt. Dann muß man weiter den kosmischen Zustand und die lokale Determination des letztgenannten Planeten in Betracht ziehen. Das ist das ganze Geheimnis gewisser, manchmal erstaunlicher, aber durch die Erfüllung bewahrheiteter Voraussagen.

C. Beziehung zu mehreren Häusern: Kombination.

(S. 186)
1. Urheber der Verknüpfung. (S. 142,192)
Urheber der Verknüpfung kann sein:
  1. ein Planet durch:
    • Position und Konjunktion mit der Spitze des Nachbarhauses,
    • Position und Domination,
    • Exaltation, und sogar
    • Trigonokratie,
    • Position und Aspekte;
  2. die Beziehung eines Planeten zu einem anderen;
  3. die akzidentelle Teilhaberschaft der Häuser an der Bedeutung der Gegenhäuser. Hier ist die Verknüpfung auf die beiden Gegenhäuser beschränkt, wenn nicht andere Kombinationen hinzukommen.
2. Wirkung der Verknüpfung. (S. 142,192)
  1. Die Kombination ist kein Muß. Gewiß, das verbindende Band ist da, aber nun ist noch die Frage zu prüfen, ob die Kombinationshauser harmonieren oder entgegengesetzte Bedeutung haben. Die Häuser II, IV, VII und X harmonieren. Die entgegengesetzte Bedeutung verhindert eine Kombination nicht immer. Die Verknüpfung von XI und XII z. B. macht aus Freunden Feinde, wenn Position in XII und Domination in XI, sonst umgekehrt.
  2. Grundsätzlich ist zu sagen, daß der Planet im Positionshause eine unabhängige Wirkung hervorrufen, daß er im Positions- und Beziehungs-Hause verschieden wirken, und daß er beide Häuser kombinieren kann.
  3. Ob das Letztere geschieht, hängt hauptsächlich davon ab, ob die Bedeutungen der beiden Häuser sich vereinigen lassen. Von den mehrfachen Bedeutungen der Häuser werden diejenigen kombinieren, die am meisten harmonieren. Die anderen fallen fort.
  4. Die Häuser können in freundliche und feindliche Beziehungen treten. Dies ergibt sich aus den Urhebern der Verknüpfung, insbesondere aus den Aspekten. Je nachdem kann z. B. eine Kombination zwischen I und VIII bedeuten: Bewahrung vor Gefahr, Rettung aus Gefahr, Verletzung oder Tod.
  5. Eine Konkurrenz in der Kombination einzelner Häuser entscheidet sich zu Gunsten der größeren Analogie bei den Mittlern und Häusern. Auch hier kommt die Verknüpfung auch nur soweit zustande, wie sie wahrscheinlich ist.
  6. Bei einer Verknüpfung durch Aspekte ist anzumerken, daß die lokale Determination des Aspektsenders zuweilen der Domination folgt. Dasselbe trifft auf den Aspektempfänger zu, wenn er ein Planet ist. Auch ist hier zu beachten, daß der Aspekt nach der einen Seite nützlich, nach der anderen Seite schädlich sein kann.
3. Regeln.
  1. Das Dominationshaus zeigt die Ursache, das Positionshaus die Wirkung. (S.175)
  2. Sind mehrere Planeten in einem, und ihr Dispositor im anderen Haus, so ist dieses andere Haus der Ausgangspunkt zu dem, was im ersten Hause geschieht.
  3. Der Aspektsender zeigt die Ursache der Empfänger die Wirkung.
  4. Position in I laßt Dominations-Dinge, ohne eigenes Wirken, auf den Nativen zukommen.
  5. Domination in I bringt den Nativen durch Verdienst oder Schuld zu den Positionsdingen. Sie macht ihn abhängig von diesen Dingen, sie ziehen ihn hinauf oder hinab.
  6. Position in I und Domination in VIII oder umgekehrt zeigt frühen Tod an, ohne oder mit eigener Schuld. VIII, soweit es den Tod bedeutet, kann für den Nativen nur die Folge, nicht die Ursache sein.
  7. Findet die Verknüpfung von I und VIII in XII statt, so erfolgt der Tod durch Krankheit, in VII durch Kampf.


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Drittes Kapitel:

Deutung

A.  Den ersten oberflächlichen Überblick über Streben und Temperament des Nativen haben wir aus der elementaren, konstitutionellen und geschlechtlichen Abschatzung des Planeten gewonnen. (I. Kap. 1. C. 5.)
B. Einen weiteren, genaueren Anhalt bekommt man durch die Betrachtung der 4 Eckpunkte.
1.  Das IC bedeutet die seelische Erbmasse, das Unbewußte, von den Eltern und Vorfahren Überkommene. Es ist die Wurzel, aus der der Native aufwächst.
Das M C bedeutet das Streben und das Ziel. Die Menschen stecken sich verschiedene Ziele: hohe und niedrige, große und kleine, materielle und immaterielle.
Der Aszendent offenbart uns die Persönlichkeit, Charakter und Fähigkeit. Diese Fähigkeit ist dem Ziele gewachsen oder nicht harmoniert mit ihm oder nicht.
Der Deszendent schließlich zeigt das der Welt zugekehrte Gesicht, die Beziehungen zur Außenwelt. Hier ist das, was wir an unseren Mitmenschen erkennen. Das Übrige bleibt verborgen.
2.  Im Zusammenhang damit betrachten wir die Verbindung vom IC zum MC (Meridian). Es ist die männliche Linie des Handelns. Die andere Verbindung vom Aszendenten zum Deszendenten (Horizont) ist die weibliche Linie des Fühlens und Erlebens. Die an diesen Linien stehenden Planeten und Zeichen offenbaren uns, ob wir einen Tat- oder Gefühlsmenschen vor uns haben. Besonders die Stellung von Sonne und Mond ist hierfür von Bedeutung.
3.  Nun prüfen wir die Frage, ob der Native bergan oder bergab wandeln wird, indem wir die genannten Faktoren in Analogie zum menschlichen Schicksal auslegen.
4.  Jetzt haben wir den Rahmen, in den wir Einzelfragen und Einzelgeschicke einpassen können. Das ist eine große Hülfe für die Abschatzung der Wirkung und der Tragweite unserer weiteren Auslegungen.
5.  Sehr wichtig ist die richtige Beurteilung der Zeichen. Jeder Planet kann im Materiellen und Transzendentellen wirksam werden. Das ergeben die Zeichen. Feuer zeigt Tatmenschen, Erde Materialisten, Luft Wissenschaftler und Wasser Gefühlsmenschen an. Es ist also zu prüfen, in welchem Trigon I, V und IX liegen, Wesen, Triebe und die Interessen des höheren Bewußtseins, ferner III, das den konkreten Verstand, die Vernunft anzeigt.
6.  Im Übrigen ist die Deutung eine Sache der Sorgfalt, der Konzentration und des Fleißes. Wer sachlich und ohne Phantasie die Regeln und des MORINUS Rat befolgt, wird zu Urteilen kommen, die sich hören lassen.


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