Wie man Horoskope deuten lernt

Eine Einführung in die Horoskopdeutung an 10 Beispielen

Von I r m a N a u m a n n.

Inhalt

Vorwort
Einleitung der Verfasserin
I. Beispiel Entwickelter Skorpiontyp. Künstlerische Anlagen und Fähigkeiten
II. Beispiel Wenig entwickelter Skorpiontyp. Unstetes Leben der Leidenschaften
III.Beispiel Erfindergeist auf technischem Gebiete
IV.Beispiel Ehescheidung. Schwere Krankheitsbelastung
V.Beispiel Konservativer Charaker. Ehelosigkeit.
VI.Beispiel Abenteurernatur. Erotik.
VII.Beispiel Liebschaften. Operation.
VIII.Beispiel Musikalische Begabung.
IX.Beispiel Nervenkrankheiten.
X.Beispiel Gefährliche okkultistische Neigungen.

Vorwort

Das Buch: "Wie man Horoskope deuten lernt" ist 1926 im Regulus-Verlag, Görlitz, erschienen. Dieses Buch habe ich 2001 antiquarisch erworben. Es sah sehr in Mitleidenschaft gezogen aus, war vergilbt und hatte eine Menge Anstreichungen. Das hat mich sehr gestört, andererseits aber auch dazu motiviert, diesem Büchlein wieder ein neues Aussehen zu geben. Inhaltlich gehört es zwar keinenfalls zu den Spitzenwerken der klassischen Astrologie oder der Determinationslehre z.B., hat aber, wie ich meine, insbesondere für den in der praktischen Deutung von Horoskopen Unerfahrenen etwas zu bieten.

Die von Irma Naumann dargestellten zehn Horoskopbeispiele sind dem erfahrenen Astrologen wie dem Schüler dieser Materie ein interessantes Studienmaterial zur Vertiefung der eigenen Praxis. Man muss sich natürlich auch im Klaren sein, dass manches was Frau Naumann geschrieben hat, nicht nur unsere uneingeschränkte Zustimmung finden kann. Dies betrifft insbesondere die Sprachform im allgemeinen, sowie grundsätzlich einige gewagte psychologische Beurteilungen.

Was aber deutlich wird und worauf es hier ankommt, ist die angewandte Deutungstechnik, die sich am Fundus der klassischen Astrologie und der Determinationslehre des Morin de Villefranche orientiert. Man erhält dadurch einen Einblick in die Vorgehensweise und Methodik der Verfasserin und gleichzeitig einen eigenen Ansatz für die praktische Vorgehensweise und das Interpretieren von Horoskopen.

Einverständnis mit allem, was dargestellt und behauptet wird, kann es, wie gesagt, nicht geben, schon allein aus psychologischen Gründen heraus, wären manche der Aussagen einem Ratsuchenden gegenüber geäußert ungeeignet, mitunter sogar seelisch belastend.

Erich Thaa
Frankfurt am Main, Oktober 2001


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Einleitung

Hält man Umschau in der astrologischen Literatur unserer Tage, so findet man zweifellos eine Überproduktion an Berechnungs- und Deutungsbüchern. Es wird einem Anfänger bestimmt nicht schwer fallen, sich mit dem nötigen Rüstzeug auszustatten, um Horoskope berechnen zu können.

Will er sie aber auch deuten, so geht die Schwierigkeit an, denn er wird nur zu bald einsehen, daß er auch mit guten Deutungsbüchern, die allgemeine Regeln über die Stellung von. Planeten in den verschiedenen Tierkreiszeichen und ihre Aspekte angeben, recht wenig anfangen kann, wenn er erst einmal in das bunte Durcheinander eines Horoskops geschaut hat und daran gehen will, die vielen feinen Beziehungen aufzufinden und die verschlungenen, oft wirr durcheinander geworfenen Fäden zu lösen.

Am besten ist es, er geht dann zu einem tüchtigen Meister in die Lehre, der ihn in steter Zusammenarbeit und durch Hinweise und Belehrungen aller Art in die feine Kunst des Deutens einführt. Aber wie wenigen ist das vergönnt, und wie verständlich werden da die Klagen, die man immer wieder aus Astrologenkreisen hört, daß über die Hauptsache am Horoskopieren, über das Deuten, keine einführenden Bücher geschrieben worden sind.

Nun wird man sofort entgegnen wollen, daß die Kunst der Synthese nicht lehrbar ist, daß man entweder Einfühlungsgabe besitzt und sich dann allmählich selbst in das Deuten einlebt, oder daß man eben zur praktischen Astrologie überhaupt nicht taugt, weil einem der Sinn für die Zusammenschau der einzelnen Teile abgeht. Aber wenn es auch wahr ist, daß man die Intuition, die zu einer guten Synthese notwendig ist, niemals lehren kann, so ist es doch ebenso wahr, daß sie durch Übung und Sichhineinfühlen in gut und systematisch gedeutete Horoskope gestärkt und höher gebildet wird. Bücher dazu fehlen aber vollständig. Was hier und da in Zeitschriften oder Broschüren erscheint, ist entweder unsystematisch und pickt nur einzelne, ins Auge fallende Aspekte heraus, oder es ist sogar sachlich schwer anzugreifen und oft in einem kläglichen Stil geschrieben.

Von den vielen eigenbrödlerischen Methoden und gewagten zeitlichen Berechnungen, mit denen sich gerade die deutschen Astrologen der Gegenwart herumschlagen, haben aber astrologische Anfänger, die in die überaus wichtige Geburtsastrologie eindringen möchten, den allergeringsten Gewinn.

Das Wichtigste an aller Astrologie ist nicht das Vorherberechnen das Herabziehen astrologischer Erkenntnisse auf die materielle Ebene, ist nicht das "Geschäftemachen" - sondern es ist die köstliche Gabe, in ein Menschenleben hineinblicken zu können, das Verstandes -, Gefühls- und Willensleben zu durchleuchten und dadurch die Motive für das oft so rätselhafte Sein und Wirken eines Menschen aufzudecken. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wird eine gründliche Geburtshoroskopie von unschätzbarem Werte für Psychologie, Pädagogik, Justiz und Medizin sein.

Aus solchen Erwägungen heraus habe ich aus meiner astrologischen Praxis zehn ausgearbeitete Horoskopbeispiele von Menschen gewählt, wie sie uns täglich entgegentreten; es handelt sich also nicht um Berühmtheiten im guten oder schlechten Sinne. Daß die Deutungen richtig sind, haben mir die betreffenden Menschen schriftlich oder mündlich bestätigt, soweit sie selbst Einblick in ihr Schicksal hatten. Das 8. Beispiel betrifft das Leben eines erst dreijährigen Kindes; es sollte daran gezeigt werden, wie viel man bei eingehendem Deuten schon für die Entwicklung und Entfaltung dieses Menschen voraussagen kann.

Der Hauptwert ist bei allen Deutungen auf eine Durchleuchtung des g a n z e n Menschen gelegt. Es wird nach einem streng methodischen Plane immer zuerst das Verstandes- und Geistesleben, dann das Gefühls- und Triebleben unter gründlicher Betrachtung der dafür in Frage kommenden Signifikatoren untersucht. Tierkreis -zeichen, Planeten, Häuser, Aspekte und Dekaden in ihrem Zusammenwirken und ihrer gegenseitigen Bezogenheit und Durchdringung geben ein scharf umrissenes, plastisches Bild von der betreffenden Persönlichkeit.

Alle progressiven Berechnungen und zeitlichen Voraussagen für das Eintreffen von Ereignissen sind beiseite gelassen worden, weil sie zu der Aufgabe, die sich dieses Buch stellt, nicht gehören und für das eigentliche Deuten unwesentlich sind.

Die Auswahl der Beispiele erfolgte nicht nach der Verschiedenheit der Ascendenten, sondern geschah so, daß in jedem Beispiel eine typische Seite menschlichen Seins und Erlebens herausgearbeitet werden konnte. In allen Horoskopen ist zunächst die wesentlichste und, bedeutungsvollste Aufgabe des Deutens erfüllt, nämlich die Durchleuchtung der geistigen, seelischen und willensmäßigen Verfassung des betreffenden Menschen. In 2. Linie ist das für das Leben besonders Charakteristische hervorgehoben. Ich habe aber davon abgesehen, in jedem Beispiel wieder von Besitz, Freunden, Feinden und Reisen zu schreiben, wenn diese Gebiete für den Menschen unwesentlich waren.

Die Besonderheiten der zehn Beispielhoroskope liegen in folgender Richtung:

I. Entwickelter Skorpiontyp. Künstlerische Anlagen Fähigkeiten.
II. Wenig entwickelter Skorpiontyp. Unstetes Leben der Leidenschaften.
III. Erfindergeist auf technischem Gebiete. Ausgesprochen gute Geld - verhältnisse.
IV. Ehescheidung. Schwere Krankheitsbelastung.
V. Konservativer Charakter. Ehelosigkeit.
VI. Abenteurernatur. Erotik.
VII. Liebschaften. Operation.
VIII. Musikalische Begabung.
IX. Nervenkrankheiten.
X. Gefährliche okkultistische Neigungen.

Es ist nichts aus den Horoskopen herausgelesen, was nicht gleichzeitig durch Aspekte und astrologische Aussagen begründet worden ist. Dadurch soll sich der Leser Schritt für Schritt in das Horoskop einarbeiten und durch gewissenhaftes Studium und intuitives Sicheinfühlen den Weg des Deutens in derselben Weise nachgehen, wie er von mir beschritten wurde.


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