Astrogeographische Entsprechungssysteme

Nach Hans Jürgen Andersen

Der Astro-Geo-Rechner

Was ist die astrologische Qualität eines bestimmten Erdortes? Gibt es überhaupt eine dem Erdort innewohnende astrologische Qualität? Das sind Fragen, die der Astrologe Hans Jürgen Andersen seit vielen Jahrzehnten erforscht hat. Frucht dieser Forschungen sind die sogenannten astrologischen Entsprechungssysteme: Anhand von empirischen Studien über die Zeichenqualitäten von Ländern, über historische Ereignisse, aber auch durch Analyse der Landmassenverteilung und deren Begrenzungen konnte Andersen für jeden Planeten ein terrestrisches Zentrum ausmachen, das als symbolischer Ekliptikpol fungiert: Mittels Grosskreisen, die zwischen diesen Zentren und deren Gegenzentren verlaufen, wird die Erde in zwölf den Tierkreisgraden entsprechende Abschnitte geteilt. Ja, mehr noch, es ist möglich, für einen beliebigen Erdort einen ekliptikalen Gradwert in Bezug auf ein derartiges Zentrum anzugeben. Zu den Zentren für die zehn traditionellen Planeten (inklusive die Transsaturnier) der Astrologie kommen zwei weitere Zentren hinzu, deren Qualitäten durch fiktive Planeten beschrieben werden: Bei Andersen gibt es ein Zentrum für den geborstenen Asteroidenplaneten Mallona (Z), dessen Bahn einmal zwischen Mars und Jupiter verlaufen sein soll. Darüberhinaus gibt es ein Zentrum mit Transplutoqualität (TP).

Man kann nun die daraus für jeden Planeten gewonnenen Gradwerte in ein symbolisches Horoskop eintragen. Die Häuser ergeben sich aus einem weiteren Zentrum, dem sogenannten Erdzentrum, dessen Pol mit dem geographischen Nordpol übereinstimmt. Die Meridiane dieses Systems sind also die aus der Geographie bekannten Meridiane. Andersen hat entdeckt, dass die Nullinie dieses Systems bei 25 Grad West liegt. Von dort werden die Tierkreiszeichen in östlicher Richtung gezählt. Der symbolische Längenwert, der sich für die geographische Länge des Ortes ergibt, wird nun als MC einem Häuserkreis zugrundegelegt.

Mit dem Astro-Geo-Rechner lassen sich diese Zusammenhänge erforschen. Er bietet die Möglichkeit, simultan für drei Orte der Erde das astrogeographische Horoskop zu errechnen. Nach Eingabe von Länge (L) und Breite (B) werden die symbolischen Längen aller Planeten errechnet. Dabei werden die in der Spalte Z0 angegebenen Bezugs-Azimute für 0 Grad Widder zugrundegelegt.[1] Beim Laden der Seite (nach erstmaligem Aufruf, oder nach Druck von Auffrischen) sind dies die Werte, die man aus Andersens Kartenwerk Astrogeographie[2] ableiten kann.

Im obigen Astrogeographie-Applet lassen sich diese Z0-Werten zu Forschungszwecken manipulieren: Die Z0-Werte sind änderbar. Nach Eingabe eines anderen Wertes werden die ekliptikalen Längen für die drei angegebenen Erdorte aktualisiert.

Umgekehrt lassen sich aus planetaren Längenwerten Z0-Werte zurückrechnen. Ist man etwa der Meinung, ein bestimmter Ort habe den Sonnenwert 10°, so gibt man in der Zeile der Sonne (SO ) zum Erdort die Länge 10ta ein. Sogleich wird der zugehörige Z0-Wert für die Sonne errechnet. Auch die beiden anderen in der Anzeige befindlichen Horoskope werden gemäß dem errechneten Z0-Wert aktualisiert, bekommen also im Beispiel eine andere Sonnenposition.

Um frühere Z0-Werte wiederherzustellen, gibt es eine Zwischenablage, die mit den von Taschenrechnern bekannten Tasten STO (=store) und RCL (=recall) bedient werden kann. Die Bedeutung sollte klar sein: Mit STO werden die aktuellen Z0-Werte gespeichert. Mit RCL können sie wieder in die Z0-Spalte eingesetzt werden. Hat man seit Aufruf der Seite noch keine Z0-Werte abgelegt, so stehen die Standardwerte nach Andersen im Speicher. Die ekliptikalen Längenwerte werden dabei aktualisiert, ebenso wie das aktuell angezeigte Horoskop.

Durch Druck der Taste H (Horoskopfigur) werden die Planetenlängen im obenstehenden Horoskop-Appplet veranschaulicht. Vorsicht: Es handelt sich um rein symbolische Horoskope, in denen Dinge wie eine Opposition von Merkur und Venus durchaus vorkommen kömmen.

Lage der Zentren
  Länge Breite Region O
Sonne  8° 41' E   52° 8' N Nordwestdeutschland
-
Mond  18°0' E   38°14' N Ionisches Meer +
Merkur  42°51' W   28°12' N Nordatlantik +
Venus 177°9' E 54°59.8' N Beringmeer +
Mars 14°40' E 3°14' N Äquatorialafrika +
Mallona 92°25' E 33°51' N Osttibet -
Jupiter 56°53' W 60°20' N westl. Südgrönland -
Saturn 44°45' E 40°49' N Transkaukasien -
Uranus 37°11' E 36°9' N Nordsyrien +
Neptun 18°59' E 45°2' N Donauraum +
Pluto 109°28' W 36°42' N Nordamerika +
Transpluto 75° 2' E 53°49' N Sibirien -
Die beigefügte Tafel zeigt die Lage der Zentren, wie sie in Andersens Atlaswerk Astrogeographie angegeben sind.[2] Das dreißig Jahre früher erschienene Werk Astrogeographie und Geschichte[3] enthält in den Grundzügen bereits diese Forschungsresultate. Im einzelnen ergeben sich aber noch zum Teil erhebliche Abweichungen in den genauen Positionen der Zentren.

Die Spalte "O" gibt die Orientierung des Zentrums an. Ein "+" bedeutet eine mathematisch positive Orientierung, d.h. die Zeichenfolge der Tierkreiszeichen entspricht der sogenannten "Rechte-Hand-Regel": Wenn der Daumen der rechten Hand in Richtung des Pols zeigt, so zeigen die Finger die Zeichenfolge an. Ein "-" bedeutet die umgekehrte Orientierung.

[1] Für die Werte des Azimuts verwende ich die astrologisch sinnvolle Zählung, die die Ostrichtung mit 0° misst und dann gegen den Uhrzeigersinn, also über Norden, Westen, Süden zählt. Das Azimut, auf diese Weise ausgedrückt, ist zugleich die Mundanposition des azimutalen Häusersystems. Alle Z0-Werte sind auf diese Weise ausgedrückt.
[2] Hans J. Andersen, Astrogeographie Atlas, H. J. Andersen-Verlag, Gevelsberg 2003
[3] Hans J. Andersen, Astrogeographie und Geschichte, Ebertin Verlag, Aalen 1974


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